Jeder Handgriff zählt – der Weg zu effizienten Arbeitsabläufen

Effizienz ist ein viel gebrauchtes Schlagwort in der Industrie. Effizienz heißt, ein bestimmtes Produkt oder Arbeitsergebnis mit so wenig Aufwand wie möglich nötig fertigzustellen.. Schneller arbeiten oder am Material sparen sind Ideen, die einem vielleicht sofort in den Sinn kommen. Aber viel Potenzial liegt vor allem in der durchdachten Organisation eines Arbeitsplatzes oder einer Produktionsstrecke. 

Zerlegt man die Fertigung von Produkten in ihre Bestandteile, lässt sich letztlich jeder Handgriff definieren. Man kennt das von großen Unternehmen mit komplexen Produktionsstraßen. Hier muss man sehr genau wissen, wie viel Zeit ein Arbeitsschritt benötigt. Wie lange dauert es z. B., Schraube X in Teil Y einzudrehen? Auf diese Weise werden ganze Produktionsabläufe geplant und kalkuliert. Die Grundlage dafür ist die Zeitwirtschafts- Methode MTM, der weltweite Standard zur Gestaltung menschlicher Arbeit. 

Standards sind die Feinde der Zeitverschwendung

Im Mittelstand wird das vorhandene Wissen über standardisierte Abläufe meist noch nicht ausgeschöpft. Viele Unternehmen wären überrascht, was ihre Produktion eigentlich leisten kann, ohne dass die Mitarbeiter mehr oder schneller arbeiten müssten.  Die MTM ASSOCIATION e. V. und deren Tochter, die Deutsche MTM-Gesellschaft mbH, will das Expertenwissen der Großunternehmen auch dem Mittelstand zugänglich zu machen. Wir empfehlen Standards und wie man sie umsetzt. Standardisieren heißt vor allem, Verschwendung in der Produktion zu beseitigen. 

MTM – die Standardmethodedes Industrial Engineering
Die Abkürzung MTM steht für Methods-Time Measurement Methoden-Zeit-Messung. Dahinter steht das Prinzip: Die Methode, mit der eine Arbeit ausgeführt wird, bestimmt die Zeit, die für die Ausführung benötigt wird. Bereits um 1910 befasste sich der Amerikaner Frank Bunker Gilbreth mit menschlichen Bewegungsabläufen, denen wiederum der Ingenieur Asa B. Segur Zeitwerte zuordnete. 
Harold Bright Maynard, John Lenhard Schwab und Gustave James Stegemerten erarbeiten bis 1948 die Grundlagen von MTM. Sie definierten erstmals eine Norm für die Bewertung menschlicher Arbeit, vergleichbar mit dem Urmeter. 1951 wurde in New York die „U. S. MTM Association for Standards and Research“ gegründet; 1962 folgte die Deutsche MTM-Vereinigung e. V., heute MTM ASSOCIATION e. V. Ihr Auftrag: die weltweit einheitliche Anwendung und Verbreitung des Standards. 

Ein Standard ist erst einmal eine einheitliche Art und Weise, einen Vorgang auszuführen oder eine Umgebung anzuordnen. Schaut man sich einen Arbeitsplatz an, sollte man sich bewusst zu machen, welche Abläufe wie oft und unter welchen Umständen ausgeführt werden. Die Zeit hängt davon ab, was man macht und wo man es macht. In Fertigung und Montage finden sich grundlegend fünf Bewegungen: Hinlangen, Greifen, Bringen, Fügen und Loslassen. In Kombination ergeben sich noch das Aufnehmen und Platzieren eines Werkstückes bzw. Bauteils, das schließlich zu einem Produkt zusammengesetzt wird. Die Zeiten dafür sind gesetzt und empirisch gemessen. Doch oft braucht die Suche nach dem Werkzeug mehr Zeit als die eigentliche Arbeit. Entscheidende Verbesserungen bringen also meist ein besser gestalteter Arbeitsplatz bzw. bessere Arbeitsorganisation. Der eine Schritt, den man 50 Mal am Tag spart, bringt enorme Produktivitätsgewinne. Diese Effizienzlücken findet man, indem man die tatsächlich benötigte Zeit mit der MTM-Normzeit abgleicht und schaut, was genau die Zeitdifferenz verursacht. In der Arbeitsorganisation und den Entfernungen zwischen den Arbeitsschritten oder Werkzeugen liegen große Potenziale, um Zeit zu sparen und die Effizienz zu erhöhen.

Arbeitsschritte nach Normzeit am Beispiel eines IKEA-Regals

Was banal klingt, ist in einem komplexen Arbeitsablauf nicht immer einfach herauszufinden. Mit transparenten Prozessen und einer guten Planung kann man dieses Potenzial jedoch schnell identifizieren. Softwarelösungen wie MTM-EasyTime bieten hier zusammen mit Beratung und Analyse eine Möglichkeit, all diese Faktoren mit nur einer Software standardisiert zu optimieren und von der Erfahrung und den Daten, die über Jahrzehnte gesammelt und ausgewertet wurden, zu profitieren. Außerdem werden Zeiten so zu sachlichen, objektiven Größen. Die subjektive Diskussion darüber, ob ein Arbeitsschritt schneller ausführbar ist oder nicht, wird damit hinfällig.

Großindustrielle Effizienz für jeden

Strukturiert man eine Produktion nach dem MTM-Standard, weiß man, was ein Betrieb wirklich leisten kann. Man kann Aufträge besser und transparent kalkulieren, neue Produkte unkompliziert einführen, den Personalbedarf planen und gleichbleibend hohe Qualität anbieten.  

Die Erkenntnisse und Informationen aus Großunternehmen bzw. großen Produktionsstätten jedem zugänglich zu machen, das verbindet uns mit dem Ansatz von fertigungs.team. Wir bringen die Standards in die Produktion und fertigungs.team ermöglicht jedem Nutzer den Zugang zu einem großen Netzwerk: In der Software für Montageanleitungen, der assemblyApp von fertigungs.team, sind die MTM-Normzeiten bereits hinterlegt. On-demand Fertigungsaufträge können damit nach validen Fertigungszeiten bepreist und ausgeführt werden. Das gibt den Kunden von fertigungs.team die Gewissheit, dass ihre Produkte leistungsgerecht und effizient montiert werden. Zudem wird das Produktionswissen zentral gespeichert, Abläufe sind reproduzierbar und damit die Qualität immer gleich. Das ist für uns ein perfektes Beispiel für die sinnvolle Anwendung industrieller Standards in der Plattform-Ökonomie: Mit MTM werden Fertigungsnetzwerke zu effizienten Produktionsstätten.

Über den Autor

Franz Coriand

Bereichsleiter Sales & Support | Deutsche MTM-Gesellschaft mbH

Franz Coriand ist Bereichsleiter Sales & Support im Geschäftsfeld Software der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH und Experte für Zeitoptimierung in der Produktion

Franz Coriand ist Bereichsleiter Sales & Support im Geschäftsfeld Software der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH und Experte für Zeitoptimierung in der Produktion

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